Urlaub an der Ostsee – Ostseebäder und Ostseeheilbäder mit gesundem Reizklima

Warum Meeresluft so gesund ist

Das Klima direkt an der See ist einzigartig, dafür sorgen Faktoren wie Salzwasser, Wind und Sonne. Experten bezeichnen diese besondere Klimasituation als „Reizklima“ und meinen damit den Umstand, dass sehr unterschiedliche oder gar widersprüchliche Einflüsse komplex zusammenwirken und den Körper einerseits reizen und belasten, andererseits aber auch einen schonenden Effekt haben.

Die oftmals starke Brise an der Küste fordert beispielsweise den Organismus, der aufgrund der Kälte mehr Wärme bilden muss, um nicht auszukühlen. Bei einem ausgedehnten Spaziergang am Meer erhöht sich währenddessen der Energieumsatz, wobei der Körper ebenfalls Wärme erzeugt. Nach einer Weile gewöhnt sich der Körper an diese klimatischen Veränderungen und härtet ab. Gleichzeitig kann sich dieser stürmische Wind auch schonend auswirken – indem er beispielsweise Juckreiz auf der Haut mindert oder Herz und Kreislauf dank frischer Luft entlastet.

Ostsee Strand (Bildcredit: Pixabay.com - magentapix)

Ostsee oder Nordsee? Eine Geschmacksfrage

Kein Wunder also, dass sich zahlreiche Kurbäder und -orte direkt an der Küste befinden. Unterschieden wird an dieser Stelle vor allem zwischen Ost- und Nordsee, wobei beide Küsten zweifellos ihre Vorzüge haben. Wer nicht so abhängig von den Gezeiten sein möchte, wird sich an der Ostsee jedoch voraussichtlich etwas wohler fühlen. Dort ist das Wetter insgesamt eher sanft und freundlich, das zeigt sich auch am meist nur leichten Wellengang. Geht es allein um das besagte Reizklima, so verfügt die Ostsee im Vergleich zur Nordsee über ein abgeschwächtes Reizklima. Wichtig ist an dieser Stelle vor allem die individuelle Empfindlichkeit der jeweiligen Person, nach der sich die Klimatherapie richten sollte.

Vorteile des Küstenklimas:

Generell haben aber sowohl Ostsee als auch Nordsee wichtige Vorteile zu bieten, die ganz typisch für das Küstenklima sind:

  • Die Reinheit der Luft ist an entsprechenden Kurorten an der Küste gewährleistet. Meist ist außerdem die Anzahl der Pollen geringer als im Binnenland, sodass es sich für Allergiker häufig lohnt, zu bestimmten Jahreszeiten an die Küste zu fahren.
  • Ein entscheidender Faktor der Küstenregionen ist das sogenannte maritime Aerosol. Hier handelt es sich um einen chemischen Wirkungskomplex. Seewassertröpfchen gelangen dabei mit Salzkernen in die Luft – das maritime Aerosol ist umso intensiver, je stärker die Wellen und je höher die Windgeschwindigkeit ist. Bei Spaziergängen wird es beispielsweise eingeatmet und schlägt sich auf den Atemwegen nieder, aber auch auf der Haut bleiben die Tröpfchen hängen. Dort wirkt es schleimlösend und lindernd.
  • Wichtig ist außerdem die ultraviolette Strahlung, die insbesondere an der Küste nicht zu unterschätzen ist. Die Rede ist in diesem Zusammenhang vom Aktinischen Wirkungskomplex, also allen Komponenten der biologisch wirksamen Sonnenstrahlung. So führt die große Helligkeit beispielsweise gerade in den Sommermonaten zu einer Stimmungsaufhellung, aber auch die Wärmestrahlung, die vor allem wichtig dafür ist, dass Badekleidung am Strand getragen werden kann, ist ein wichtiger Aspekt. Aus medizinischer Sicht ist die ultraviolette Strahlung jedoch am wichtigsten, sie sorgt einerseits für die Bräunung (andererseits aber auch für den Sonnenbrand). Denn Sonnenbäder sind durchaus gesund und ultraviolette Strahlung lebenswichtig für den Organismus.
    • Nichtsdestotrotz ist ein guter Sonnenschutz essenziell und auch übermäßige oder unvernünftige Sonnenbäder sind nicht zu empfehlen. Den besten Sonnenschutz stellen übrigens nicht Cremes und Sprays, sondern Körperbekleidungen wie etwa T-Shirts dar.

Ostsee Klima (Bildcredit: Pixabay.com - Andreas Lischka)

Kurorte und Heilbäder an der Ostsee

An der Ostsee sind die Kurorte besonders zahlreich, einen wichtigen Unterschied gibt es jedoch zwischen den Begriffen Ostseebad und Ostseeheilbad. Unter beiden Begriffen sind staatlich anerkannte Kurorte zu verstehen, das Ostseeheilbad muss im Gegensatz zum Ostseebad allerdings noch einige weitere Voraussetzungen erfüllen. Beide Begriffe haben diese Punkte gemeinsam:

  • Direkte Lage am Meer; grundsätzlich darf die Ortsmitte nicht mehr als zwei Kilometer vom Strand entfernt sein
  • Es muss mindestens eine Arztpraxis vorhanden sein
  • Es handelt sich um eine klimatisch begünstigte Lage
  • Der Ort bietet Möglichkeiten für Spiel und Sport, hat Strandpromenaden und sowohl Parkanlagen als auch Strand- oder Landschaftswege, die nicht durch Verkehr gestört werden
  • Der Badestrand ist gepflegt und wird bewacht

Beim Ostseeheilbad kommen außerdem noch folgende Eigenschaften hinzu:

  • Die klimatischen Eigenschaften und die Luftqualität sind wissenschaftlich anerkannt und haben sich bereits bewährt
  • Ein Kurmittelhaus und/oder gleichwertige Einrichtungen zur Abgabe und Anwendung von Kurmitteln müssen vorhanden sein
  • Während der Kurzeit kann eine Diätberatung gewährleistet werden, in Krankenhäusern und Diätküchenbetrieben muss mindestens ein/e staatlich/e geprüfte/r Diätassistent/-in beschäftigt sein

Kururlaub an der Ostsee – Ostseebäder und Ostseeheilbäder

Seit Jahren zählt die Ostseeküste zu den beliebtesten Urlaubsregionen der Deutschen, insbesondere die vielen Seebäder ziehen Besucher an. Einige der beliebtesten Ostseebäder sind folgende:

  • Laboe – in der Kieler Förde befindet sich das Ostseebad Laboe, welches über einen 3 km langen Sandstrand verfügt. Gleichzeitig ist die Ortschaft umgeben von Wäldern, Seen und Feldern, sodass Besucher auf ein besonders vielseitiges Landschaftsbild stoßen.
  • EckernfördeEckernförde liegt etwa 25 Kilometer entfernt von der Schleswig-Holsteiner Landeshauptstadt Kiel. Der Strand ist direkt an der Innenstadt gelegen, sodass Entspannung und Trubel direkt nebeneinander liegen.
  • Baabe – das Ostseebad Baabe liegt auf der Insel Rügen, besitzt einen feinen Sandstrand und lädt zum Baden und Sonnen ein. Direkt am Strand können Besucher und Bewohner fangfrischen Fisch kaufen.

Während es vergleichsweise viele Ostseebäder gibt, ist die Liste an Ostseeheilbädern überschaubarer. Trotzdem gibt es auch hier eine große Auswahl, die für jeden Ostseeliebhaber etwas Passendes bereithält.

  • AhlbeckAhlbeck gehört zu den bekanntesten Ostseeheilbädern und ist gleichzeitig eines der drei Kaiserbäder auf der Insel Usedom. Sehenswert sind vor allem der Strand von Ahlbeck und die Seebrücke, aber auch die Ostseetherme Usedom lohnt sich für einen Abstecher. Letztere stellt ein subtropisches Badeparadies dar, das 340 Tage im Jahr für Gäste geöffnet hat.
  • Heiligendamm – das Seeheilbad Heiligendamm ist das älteste Seebad Deutschlands. Bekannt ist Heiligendamm auch für seine prachtvollen weißen Bauten, die von der 200 Meter langen Seebrücke besonders gut betrachtet werden können.
  • Boltenhagen – auch das Ostseeheilbad Boltenhagen ist eines der ältesten Ostseebäder Deutschlands und verfügt über einen 3 km langen feinsandigen Sandstrand. Ein besonderes Merkmal der Region ist die ursprüngliche Landschaft, deren Gräser, Bäume und Felder bei einem Spaziergang entlang der Steilküste betrachtet werden können.

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