Krankheitsbilder

Krankheitsbilder des Menschen (Bildcredit: Pixabay.com - Kai Stachowiak)

Bei welchen Krankheitsbildern hilft eine Kur? Auf welche Heilverfahren und Therapien sollte ich vertrauen? Das fragen sich viele Patienten, die sich mit dem Thema Kur- und Reha-Aufenthalt beschäftigen. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die verschiedenen Krankheitsbilder und die Kurorte, die sich jeweils auf einige dieser Krankheiten spezialisiert haben.

Atemwege

Bei Erkrankungen der Atemwege, wie Asthma oder Allergien, empfehlen sich heilklimatische Kurorte sowie Seebäder und Seeheilbäder. Deren Klima hat eine positive Wirkung bei Atemwegserkrankungen. Heilklimatische Kurorte zeichnen sich dabei durch Ihre Luftreinheit aus. Dieses Schonklima mit einem niedrigen Ozongehalt und frischer, gut gefilterter Luft, findet sich insbesondere in Mittelgebirgen.

Bei Seebädern und Seeheilbädern ist das Klima ein anderes als bei Heilklimatischen Kurorten. Das sich häufig ändernde Wetter und das Klima, was durch die Jahreszeiten und Witterungen geprägt ist, hat eine hohe Reizstärke. Insbesondere den Nordseeinseln findet sich dieses Reizklima, welches eine positive Wirkung bei Erkrankungen der Atemwege hat. Die sogenannte Thalassotherapie, die in Seebädern und Seeheilbädern durchgeführt wird, behandelt Krankheiten und Leiden mit Meerwasser, der Meeresluft, der Sonne, Algen, Schlick sowie Sand.

In Deutschland gibt es über 180 Kurorte, die Atemwegserkrankungen behandeln.

Bewegungsapparat

Erkrankungen der Haltungs- und Bewegungsorgane sind in Deutschland weit verbreitet. Rückenschmerz ist die Volkskrankheit Nummer 1. Falsches Sitzen am Arbeitsplatz und wenig Bewegung führen schnell zu Rückenleiden und Erkrankungen der Wirbelsäule, wie zum Beispiel Bandscheibenvorfällen.

Patienten, die etwas dagegen tun wollen, stehen über 300 Kurorte in Deutschland zur Verfügung. Rehabilitation und Prävention ist außerdem in vielen verschiedenen orthopädischen Rehakliniken möglich.

Entzündungen, Rheuma

Rheumatische Erkrankungen und Entzündungen können viele Formen haben. Alle betreffen jedoch die Bindegewebsstruktur des Körpers. Rheuma lässt sich grob in vier Gruppen einteilen: Entzündungsrheuma, Weichteilrheuma, Verschleißrheuma und Gicht. Jede Gruppe benötigt eine andere Therapie, weshalb die Kur hier mit Bedacht und ärztlichen Rat ausgewählt werden sollte. Die falsche Therapie kann das Krankheitsbild weiter verschlechtern.

Generell helfen bei vielen rheumatischen Erkrankungen Wärmebehandlungen, Krankengymnastik und Ergotherapie. Thermalbäder oder Moorpackungen können Linderung bei diesem Krankheitsbild schaffen. Kurorte für Entzündungen und Rheuma finden sich insbesondere in den Mittelgebirgen und am Meer.

Erkrankungen im Kindesalter

Asthma, Neurodermitis, Übergewicht: Bei verschiedenen Erkrankungen im Kindesalter kann eine Kur sinnvoll sein. Der Fokus liegt hier für die Kinder auf gesunder Ernährung, sportlicher Betätigung und Bewegung, sowie frischer Luft.

Kliniken und Kurorte, die spezielle Angebote für Kinder haben, finden sich in ganz Deutschland. Je nach zu behandelnder Krankheit kann ein Kurort im Meer, im Gebirge oder im Tiefland ausgewählt werden.

Frauenleiden

Mit Frauenleiden sind Krankheiten gemeint, die speziell Frauen betreffen. Ein Kuraufenthalt kann zum Beispiel sinnvoll sein bei Menstruationsbeschwerden, Fehlgeburten, Beschwerden in den Wechseljahren oder nach einer Bestrahlungstherapie. Bei vielen dieser Frauenleiden kann eine Kur in einem Heilbad helfen. Insbesondere Moorbäder haben einen positiven Einfluss auf den Hormonhaushalt der Frau. Über 50 Kurorte haben sich in Deutschland auf Frauenleiden spezialisiert.

Für Frauen ist auch die Mutter-Kind-Kur interessant. Diese kann beantragt werden, wenn die Mutter eine Behandlung benötigt und das Kind mitnehmen möchte.

Haut

Quaddeln, Rötungen, Hautschuppen sind häufig ein Indikator einer Hauterkrankung. Über 160 Kurorte in Deutschland bieten Therapien und Behandlungen für das größte Organ des Menschen, der Haut.

Bei Hauterkrankungen bieten sich insbesondere Sole- und Thermalbäder an. Auch das Reizklima am Meer hat eine positive Wirkung, insbesondere bei der Hautkrankheit Neurodermitis. Die kühle Luft kann Juckreiz mindern und der Salzgehalt in Luft und Wasser löst Hautschuppen und mindert Entzündungen.

Herz, Gefäße, Kreislauf

Herz- Gefäß- und Kreislaufkrankheiten können am Besten in einem Klima mit wenigen Reizfaktoren behandelt werden. Das Mittelgebirge ist daher für Herzpatienten gut geeignet. Das Hochgebirgsklima ist für Herz-Kreislauf-Kranke beispielsweise zu belastend.

Als Therapie eignet sich bei Bluthochdruck, Krampfadern und Thrombose auch die Kneipp-Kur. Wechselduschen, Wassertreten und Aufgüsse haben eine positive Wirkung bei Herz-, Gefäß- und Kreislauf-Beschwerden.

Über 260 Kurorte in Deutschland können bei diesem Krankheitsbild besucht werden.

Magen-Darm-Leber, Galle, Stoffwechsel

Bei Magen-Darm-Leber-Erkrankungen, Beschwerden mit der Galle oder Stoffwechselstörungen hilft es häufig den Körper zu Entgiften. Hier bietet sich die Schrothkur an, die mit vier Schroth‘schen Regeln den Körper entsäuert.

Neben der Schrothkur wirken sich auch Trinkkuren positiv auf dieses Krankheitsbild aus. Bewegungstherapien und Heil- und Thermalbäder werden empfohlen.

Einziges anerkanntes Schroth-Heilbad in Deutschland ist Oberstaufen. In über 100 weiteren Kurorten kann man jedoch auch Magen-, Darm-, Leber-, Galle- und Stoffwechsel-Beschwerden behandeln und lindern.

Nerven, Psychosomatik

Zu den psychosomatischen- und Nerven-Erkrankungen zählen unter anderem  Angststörungen, posttraumatische Belastungsstörungen, Burnout und chronische Schmerzen. Ziele der Reha oder Kur für Nerven und Psychosomatik sind in der Regel Belastungssituationen zukünftig besser zu meistern, Selbstwahrnehmung und Selbstakzeptanz zu verbessern sowie Problemlösungsstrategien zu entwickeln. Gespräche und Bewegung stehen im Zentrum der Therapie. Für Nerven und Psychosomatik gibt es über 3000 Kurorte in Deutschland.

Nieren, Harnwege

Bei Erkrankungen der Nieren und Harnwege hilft häufig eine Trink-Kur. Insbesondere sulfat-reiches Heilwasser kann die Beschwerden, wie Harndrang, Nierensteine oder Inkontinenz, lindern. Orte mit Heilquellenkurbetrieb eigen sich besonders für eine Trink-Kur. Die heilende Wirkung der Quellen mit hohem Mineralgehalt wird seit mehr als 250 Jahren genutzt.

Etwa 30 Kurorte behandeln Erkrankungen der Nieren und Harnwege in Deutschland und lassen den Patienten aus den Quellen der Natur schöpfen.

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