Heilverfahren

Heilverfahren (Bildcredit: Pixabay.com - TeddyAndy)

Kurorte und Kurkliniken bieten viele verschiedene Heilverfahren, die zur Gesundherhaltung oder Rehabilitation nach einer Krankheit beitragen können. Also gar nicht so einfach das richtige Heilverfahren für sich zu finden. Bei der Entscheidung sollte in jedem Fall ein Arzt um Rat gefragt werden. Einen ersten Überblick über die unterschiedlichen Heilverfahren, bekommen Sie in diesem Artikel.

Felke-Kur

Die Felke-Kur ist eine ganzheitliche Therapie, die sich den Naturelementen Luft, Licht, Wasser und Erde (Lehm) bedient. Sie wurde vom Pastor Emanuel Felke vor mehr als 100 Jahren entwickelt und besteht aus fünf Grundelementen, die durch eine entgiftende Diät ergänzt werden. Zu den fünf Grundelementen gehören Sitzbäder, Lichtluftbäder, Lehmbäder, Erdschlafen und Licht-Luftbäder. Die unterstützende Heilfasten-Kur kann aus frisch gepressten Obstsäften, Brühen und Gemüse bestehen. Die Heilfasten-Kur trägt nicht nur zur Entgiftung sondern auch zur Gewichtsreduktion bei.

Die Felke-Kur hilft bei vielen Krankheitsbildern, wie Bluthochdruck, Diabetes Typ 2, Arthrosen sowie Erschöpfungskrankheiten.

Kneippkur

Die Kneippkur ist eine der bekanntesten Naturheilverfahren. Die Kneippkur ist eine ganzheitliche Therapie, die Körper und Geist versucht in Einklang zu bringen. Wasser ist ein wichtiges Element bei der Kneippkur. Es kommt beim Wassertreten und heißen und kalten Aufgüssen zum Einsatz. Der Kreislauf, die Durchblutung und der Stoffwechsel werden durch Bewegung in Verbindung mit Wasser angeregt. Zudem wird auf eine ausgewogene Ernährung mit Vollkorn, Heilpflanzen und Vitaminen geachtet.

Die Kneipp-Therapie wird in über 60 Kurorten in Deutschland angeboten.

Klima-Therapie

Klima-Therapien, zu denen auch die Thalasso-Therapie gehört, können an Orten, an denen eine heilklimatische Wirkung nachgewiesen wurde, durchgeführt werden. Diese liegen sowohl am Meer, als auch in den Mittel- sowie Hochgebirgen. In den Gebieten liegt jeweils eine unterschiedliche Reizstärke des Klimas vor. Die Kältereize an der Küste regen z.B. die Durchblutung an und unterstützen die Stärkung des Immunsystems. Das reizärmere Klima in den Mittelgebirgen unterstützt die Gesundheit mit frischer, sauerstoffreicher Luft. Im Hochgebirge wirken der hohe Luftdruck und die hohe UV-Strahlung auf das Immunsystem.

Moortherapie

Die Moortherapie setzt auf den Rohstoff Torf zur inneren und äußeren Anwendung. Zur inneren Anwendung kommt es bei einer Moortrinkkur, bei der das durch Moor geleitete Wasser getrunken wird. Zu den äußeren Anwendungen zählen Moorbäder, Moorpackungen, Moorkneten und Moortreten. Die Moorbäder werden auf 40 Grad erwärmt und auch Moorpackungen arbeiten mit Wärme. Beim Moorkneten und Moortreten kommt der Körper in Bewegung. Der Fokus liegt hier also auf Wärme und Bewegung. Damit hilft die Moortherapie insbesondere bei Krankheiten des Bewegungsapparates und bei Muskelverspannungen.

Radontherapie

Die Aufnahme des Gases Radon über Lunge oder Haut wirkt entzündungshemmend und schmerzstillend. Radon ist ein radioaktives, geruchsloses und farbloses Gas, welches in Erdrinde und in der Luft vorkommt. Die Radontherapie kann aus Baden, Quellwassertrinken und dem Aufenthalt in einem Bergwerksstollen bestehen. Beim Baden wird das Radon über die Haut und die Atemwege aufgenommen. Beim Trinken von Quellwasser gelangt das Radon in den Blutkreislauf und hält sich der Patient in einem Bergewerkstollen auf, wir die Radonhaltige Luft vor allem eingeatmet.

Bei der Radontherapie werden in der Regel 8-12 Anwendungen über ca. 4 Wochen durchgeführt.

Schrothkur

Die Schrothkur gehört zu den Naturheilverfahren. Heilfasten steht hier im Vordergrund. Auf Salz, Fett und Eiweis wird hier bewusst verzichtet. Auf dem Speiseplan der Fastenden steht Reis, Haferbrei und gekochtes Gemüse. Dadurch wird der Körper entgiftet und als Nebeneffekt häufig Gewicht reduziert. Die Schrothkur wird außerdem unterstützt durch Schrothschen Packungen, bei denen der Körper in feuchte Tücher eingewickelt und dann mit Wärmflaschen erwärmt wird. Auch dies trägt zur Entgiftung des Körpers bei.

Die Schrothkur kommt insbesondere bei Magen-,Darm-,Leber-, Galle- und Stoffwechsel-Krankheiten zur Anwendung.

Sole-Badekur

Wasser gilt seit jeher als sanft und heilend. Sole sind Kochsalzlösungen, die einen Salzgehalt von 1,5 bis 6 % haben. Solebäder eigenen sich besonders gut bei Hautkrankheiten, Stoffwechselerkrankungen oder Entzündungen wie Rheuma.

Saline (Bildcredit: Pixabay.com – Holger Schué)

Saline (Bildcredit: Pixabay.com – Holger Schué)

Das Salz für die Sole wurde früher hauptsächlich von Salinen, Gradierwerken und Salzbergwerken gewonnen. Heute findet man noch in knapp 30 Kurorten in Deutschland Gradierwerke. Die Salzpartikel, die davon in die Luft gegeben werden haben eine positive Wirkung auf die Atemwege.

Thalasso-Therapie

Wasser, Salz, Schlick, Algen, Wind und frische Luft sind die Bestandteile der Thalassotherapie. In diesen Elementen sind eine Vielzahl von Mineralstoffen, Proteinen, Spurenelementen und Vitaminen enthalten.

„Thalasso“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Meer“. Die Therapie ist also in Deutschland nur an Ost- und Nordsee möglich. Das raue Klima unterstützt die Behandlung von Atemwegs– und Hauterkrankungen. Aber auch die Entspannung kommt bei der Thalasso-Therapie nicht zu kurz und somit können auch Stress oder Burnout gut behandelt werden.

Trink-Kur

Die Trink-Kur wird auch Brunnenkur genannt. Bei dieser Kur-Art wird Wasser aus Heilquellen getrunken, welches mit seinen vielen Mineralstoffen Körper und Seele gut tun soll. Die therapeutische Maßnahme der Brunnenkur war bis in 20te Jahrhundert die meist verordnete Kurform. Auch heute wird sie noch angewandt, steht jedoch nicht mehr so im Vordergrund wie früher.

Trink-Kuren helfen bei vielen verschiedenen Krankheiten. Der Stoffwechsel wird unterstützt und das Heilwasser trägt zur Entgiftung bei.

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